Nachdem sich die erste Euphorie über die geglückte Anmeldung gelegt hat (immerhin war es ja nicht gerade einfach, einen der Startplätze zu ergattern), ist nun einmal Zeit, zu reflektieren, wie denn meine aktuelle Verfassung ist und was noch alles zu tun ist bis zum Ironman, der morgen in einem Jahr stattfindet.
Schwimmen
Die erste Disziplin beim Ironman und gleichzeitig die schwerste für mich, denn wenn ich eine Sache nicht kann, dann ist es Kraulen. Was ich ganz gut kann, ist Brustschwimmen, aber es dürfte erstens fast unmöglich sein, in dem Zeitfenster von 2:20 h die 3,8km im Brustschwimmen zurückzulegen und zweitens zu viel Energie kosten. Deshalb -man muss es so klar schreiben- muss ich erst einmal Schwimmen lernen. Einen Trainer hab ich mir auch schon zur Seite geholt. Flo, unser Wasserballer, will mit mir nächste Woche mal trainieren gehen. Ich denke, wenn ich die Technik weiß, kann ich auch ein bisschen alleine üben; bisher ist aber Kraul für mich ein Buch mit sieben Siegel.
Hinzu kommt noch, dass das Schwimmen außerdem die Disziplin ist mit dem meisten Körperkontakt zu den anderen Triathleten, denn hier hat man schnell mal eine Faust oder ein Fuß im Gesicht oder irgendwo anders, wo es ganz doll weh tut und außerdem kann man nicht einfach Platz machen, wenn jemand hinter einem schneller ist. Abtauchen dürfte da wohl die falsche Wahl sein, hilft also nur die kraftraubende Flucht nach vorn.
Radfahren
Ich würde ja fast sagen, wenn ich innerhalb von 2 Stunden und 20 Minuten aus dem Wasser krieche, bin ich schon so gut, wie am Römer, aber das wäre etwas voreilig, denn es liegen ja noch 180km auf dem Fahrrad vor mir, die ich bis 17 Uhr absolviert haben muss (ganz zu schweigen vom anschließenden Marathon). Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal Rad gefahren bin, aber das dürfte schon mehr als 5 Jahre zurück liegen, allerdings glaube ich mich zu erinnern, dass das damals immer ganz gut ging in einem ordentlichen Tempo.
Jetzt muss ich mir natürlich erst einmal ein Fahrrad zulegen. Das dürfte wohl die teuerste Anschaffung sein, die ich für den Ironman zu machen habe. Insgesamt muss ich sagen, ist das Ironman-Vorhaben doch recht kostspielig, was mir so auch nicht ganz bewusst war, aber gut, da muss ich jetzt durch und vielleicht findet sich ja noch der ein oder andere Sponsor. Ich werde jedenfalls mal eine grobe Kostenaufstellung machen, damit jemand, der beim nächsten Mal auch mit dem Gedanken spielt, mitzumachen auch genau weiß, was auf ihn zukommt.
Laufen
Eigentlich meine Lieblingsdisziplin: das Laufen. Wie das natürlich nach 3,8km Schwimmen und 180km Radfahren geht, kann ich mir noch nicht so ganz vorstellen. Aber immerhin gibt es ein paar Punkte, die einem doch Mut machen, die 42,2km am Main entlang zu überstehen: entlang der Strecke ist viel Publikum, was einen anfeuert, die Aussicht auf die Skyline dürfte richtig cool sein (und ich liebe Hochhäuser), die Strecke dürfte überwiegend eben sein mit Ausnahme der Brücken und die Aufstiege zu diesen.
Das Laufen ist momentan auch die einzige Disziplin, wo ich halbwegs im Training bin. Heute bin ich einen Halbmarathon gelaufen mit einem Schnitt von gut 6 Minuten pro Kilometer, also für meine Verhältnisse durchaus OK und mit ein bisschen mehr Training und vor allem mit ein paar Kilogramm weniger auf den Rippen dürfte da auch noch ein wenig mehr drin sein.
