Ich habe es ja schon in meinem letzten Post geschrieben, dass ich mir ein neues Gerät zugelegt habe, nämlich den G3-GPS-Sensor von Polar. Der soll es mir jetzt ermöglichen, neben den Höhenmetern und der Pulsmessung, zusätzlich mit meinem Polar Rs800sd auch die Geschwindigkeit und die zurückgelegte Strecke beim Rad fahren zu erfassen; ich bin ja ein Statistikfreak und deshalb ist sowas genau das richtige für mich.

Da das Wetter die letzten Tage etwas zu wünschen übrig ließ, habe ich den neuen GPS-Sensor erst einmal beim Laufen ausprobieren wollen. Hier eignet sich zwar der S3-Sensor am Fuß viel besser, weil er auch noch Schrittfrequenz und -länge erfasst und zudem während des Laufens weniger schwankt, trotzdem wollte ich ja wissen, ob das Teil auch funktioniert.
Probleme bei der Konfiguration
Das erste Problem fing schon beim Koppeln des Sensors an. Die Polar RS800 kann immer nur mit einem Sensor zusammenarbeiten, entweder dem am Fuß oder den mit GPS. Also musste ich erst einmal die Batterie aus dem Fußsensor nehmen, denn der lässt sich nicht ausschalten und würde dann zuerst gefunden werden. Gemäß Bedienungsanleitung koppelte ich dann den G3 und das wurde mir auch Sekunden später mit einem “Fertig” bestätigt. Doch zum Start des Trainings zeigte mir die Uhr wieder “Sensor nicht gefunden”. Prima, dachte ich… Kaputt oder was? Auch ein erneuter Koppelversuch brachte noch nicht mal mehr die Info “Fertig”, sondern gleich, dass kein Sender da sei…
Im Internet habe ich dann nach einigen Suchvorgängen auch herausgefunden, warum dem so ist. Beim ersten Mal koppeln hat der Laufcomputer meinen G3-Sensor gefunden und in seiner Liste hinzugefügt, bei den nächsten Koppelversuchen hat er nach neuen ihm unbekannten Geräten gesucht, die natürlich nicht da waren. Und beim Trainingsbeginn hatte das nicht funktioniert, weil er zunächst nach dem S3 gesucht hat und dieser nicht erreichbar war. Das Zweitgerät braucht sozusagen immer etwas länger… man sollte also ein wenig durch die Gegend laufen, dann findet er die jeweiligen Sensoren schneller. Alternativ kann man in der Uhr auch die komplette Geräteliste löschen und neu koppeln, dann geht es auch schnell.
Polar RS800G3 beim Laufen
Nachdem ich das nun rausgefunden hatte und sozusagen aus meiner RS800sd eine RS800G3 gemacht hatte, konnte es losgehen. Ich lief eine Strecke von rund 11km, überwiegend auf Feldern, wo rund herum um mich nichts war, keine Bäume, keine Strommasten, nur freie Felder… Entgegen vielen Erfahrungsberichten über das Polar-GPS-System kam es dabei bei mir nicht zu schwankenden Geschwindigkeitsanzeigen. Diese war sehr konstant und schwankte nur ein paar Sekunden bei der Kilometerzeit. Als ich allerdings auf dem Rückweg ein Stück zwischen Häusern und Bäumen lief und die “Sicht” nach oben sozusagen etwas eingeschränkt war, schwankte die Anzeige etwas mehr. Ich gehe also davon aus, dass es bei Waldläufen zu Problemen kommen kann und auch da wieder der S3-Sensor die bessere Wahl ist.
Polar RS800G3 beim Rad fahren
Beim Rad fahren – dafür hatte ich mir den G3 hauptsächlich zugelegt – habe ich natürlich auch getestet. Einmal auf einer 60km langen Fahrt (ca. 2 Stunden) und einmal auf einer 88km langen Ausfahrt (ca. 3 3/4 Stunden). Bei der ersten Ausfahrt hatte ich das Problem, dass ich erst einmal alles umstellen musste. Beispielsweise habe ich den Kalibrierungsfaktor meiner Schuhe auf 1,000 ändern müssen, damit die Messung auch richtig funktioniert. Erst später habe ich festgestellt, dass es auch einen komfortableren Weg gibt: in der Polar Trainer Software lässt sich ein Training so konfigurieren, dass ich sagen kann: ich laufe nicht, sondern ich fahre Rad und für diese spezifische Sportart gelten nicht die aktuellen Einstellungen, sondern eigene. Da kann man dann festlegen, dass der Kalibrierungsfaktor immer bei 1,000 liegen soll, unabhängig davon, welche Schuhe man ausgewählt und wie man diese kalibriert hat.
Jetzt muss ich quasi nur in meiner RS800 einstellen, dass ich Rad fahren trainiere und den G3 koppeln und schon kann ich losdüsen. Wenn ich laufe, koppele ich den S3, wähle die Schuhe aus und kann loslaufen. Kein Umstellen also von irgendwelchen Werten. Dumm nur, dass sich die spärliche Bedienungsanleitung über sowas ausschweigt.
Lebensdauer der Batterie
Was ich in der Anleitung übersehen hatte, war der Eintrag über die Lebensdauer der Batterie des Polar G3-Sensors, denn bereits bei meiner zweiten Ausfahrt war die Batterie bei Kilometer 64 leer. Das heißt, sie hat insgesamt nur knapp 6 Stunden lang gehalten; angegeben waren ca. 10 Stunden, also nicht gerade viel. Allerdings kommt hier wenigstens keine teure Knopfzelle, sondern eine ganz normale Batterie zum Einsatz, damit kann ich also auch handelsübliche Akkus verwenden.
Das mit den Batterien finde ich sowieso etwas komisch gelöst von Polar: bei meiner RS800sd hat jedes Teil eine andere Knopfzelle. Die Pulsuhr braucht eine CR2032, der S3-Sender eine CR2430 und der Wear-Link-Sender eine CR2025. Habe mir sicherheitshalber für alles einmal Ersatz bestellt.
Fazit
War wieder mal viel Text, ich will den Testbericht aber in kurzen Worten zusammenfassen:
- GPS-Messung erfolgt problemlos und genau,
- Handhabung ist sehr umständlich, besonders beim Einsatz in verschiedenen Sportarten.
- Beim Schwimmen z.B. im See kann man den G3 nicht einsetzen, da die Messung unter Wasser nicht funktioniert
- und was ich besonders schade finde, dass Polar die GPS-Daten nur für die Ermittlung der Streckenlänge un der Geschwindigkeit nutzt und nicht für die Speicherung der Strecke. Wer sich also auf dem Computer ansehen will, wo er/sie langgelaufen oder gefahren ist, der ist bei Garmin besser aufgehoben; Polar bietet sowas nicht… da wird ein nettes Feature verschenkt…
So, und ich geh jetzt eine Runde radeln… natürlich mit dem G3…
