Das war er also, mein allererster Triathlon, der Schlosstriathlon in Butzbach.
Erst einmal: ich habe ihn gefinisht und -auch wenn ich hier schon ein paar Mal über die schlimme Strecke berichtet habe- so empfand ich sie heute gar nicht mehr so schlimm. Dass man gerade wenn man zum ersten Mal an so einem Wettkampf mitmacht, natürlich jede Menge neue Eindrücke mitnimmt, dürfte klar sein, deswegen weiß ich auch gar nicht so recht, wo ich anfangen und wo ich aufhören soll.
Deshalb am besten mal der Reihe nach… natürlich mit ein paar Fotos…
Schwimmen

Davor hatte ich am meisten Bammel, denn erstens bin ich noch nie länger als 100m mit meinem Neo geschwommen, zweitens bin ich beim Bahntraining vom Triathlon-Verein auch alles andere als entspannt, wenn ich mit mehreren auf einer Bahn schwimme. Deshalb hatte ich mir vorgenommen, möglichst locker zu bleiben und es langsam angehen zu lassen.
So habe ich es dann auch gemacht, allen anderen den Vortritt gelassen und als Letzter losgeschwommen. Auf den ersten vier Bahnen dachte ich, das halte ich keine weitere 16 mehr durch, doch danach ging es eigentlich richtig gut. Ich hatte also halbwegs meinen Rhythmus gefunden, keinen mehr vor mir, keinen mehr hinter mir. Nach 10 Bahnen hab ich dann das erste Mal einen Blick auf die Uhr geworfen, völlig erstaunt erblickte ich eine 9 vorne, also unter 10min, so schnell war ich noch nie… aber es kam mir gar nicht so schnell vor. Also weiter ging’s immer schön im Rhythmus… bis ich dann auf welche auflief, die nur einen kleinen Tick langsamer waren als ich. Da wollte ich natürlich möglichst schnell vorbei, was mich etwas rausgebracht hat, aber das war egal, denn die 20 Bahnen waren schon zu Ende. Knapp über 18min konnte ich nur noch erkennen, dann machte ich mich taumelnd auf den Weg zur Wechselzone (zu der verliere ich später noch ein paar Worte).
Also nochmal zusammengefasst… deutlich unter 20min hätte ich niemals erwartet… Da war ich selbst überrascht… Als ich allerdings aus dem Becken herauskam, war mir doch ein wenig schwindelig… Ist das normal? Liegt das am schaukelnden Wasser?! Ich hab es zumindest darunter verbucht…
Rad fahren

Nachdem ich mir mein Radfahrdress angezogen hatte, ging es gleich eine rasante Abfahrt runter… ich hab es schön laufen lassen, warum denn auch bremsen, denn unten flacht es eh ein klein wenig ab… ein kleines Stück durch Butzbach und dann auf in Richtung Espa… irgendwie kam ich mir da immer noch etwas vor, wie im falschen Film… Vom Kopf her noch beim Schwimmen und in Wirklichkeit auf dem Rad sitzend… Schon ein wenig komisch… Naja, da ich den Anstieg nach Espa noch etwas schlecht in Erinnerung hatte, ließ ich es langsam angehen… Und irgendwie war das ganze dann schneller vorbei als ich dachte, denn dann kam auch schon der Wendepunkt und eine rasante Abfahrt… Bei der helfen mir übrigens meine 83kg doch ganz gut, denn da habe ich einige überholen können…
Zurück in Butzbach musste man dann wieder die Kleeberger Straße hoch… und die ist echt der Hass… ewig lange bergauf und immer steiler werdend… Hier sind übrigens einige Teilnehmer abgestiegen und haben geschoben! Beim Anfang der zweiten Abfahrt hätte ich fast eine Frau mit Kinderwagen mitgenommen, die einfach mal die Fahrbahn gekreuzt hat, ohne nach rechts und nach links zu schauen und nicht nur von mir einen netten Gruß zugerufen bekommen hat, sondern auch noch von einigen Ordnern und Zuschauern, aber ist ja nochmal alles gut gegangen… Auf der zweiten Runde wollte ich eigentlich dann ein bisschen schneller sein, aber irgendwie spukte der Anstieg zum Schwimmbad immer noch im Hinterkopf herum. Und bevor ich es zu schnell angehe und dann auch absteigen muss, hab ich lieber doch etwas langsamer getan. War auch gut so, denn das zweite Mal die Kleeberger Straße hinauf war schon etwas anstrenger… aber ich hatte es geschafft… und die zweite Disziplin hinter mir.
Laufen

Nun kam das Laufen, eigentlich das, was ich am liebsten mache, doch direkt im Anschluss an das Rad fahren ging das ja mal gar nicht. Hab deshalb erst einmal eine kleine Pinkelpause eingelegt und dann ging’s weiter… auf dem ersten kleinen Stück bergauf, da hatte ich das Gefühl ich wär am Platzen und komme dabei aber nicht von der Stelle… Irgendwas stimmte da nicht… Geschwindigkeit und Pulsanzeige funktionierten bei meinem Pulsmesser heute nicht, so dass ich ganz nach Gefühl laufen musste und gefühlt, war ich einfach nur lahm unterwegs. Bei Kilometer 1 habe ich dann mal einen Marker gesetzt, um wenigstens bei Kilometer 2 zu wissen, wie schnell ich unterwegs bin. Da bekam ich dann eine 5:02 angezeigt. Huch?! Doch gar nicht so langsam, wie ich dachte, beim nächsten Marker war es sogar eine 4:31. Kann das sein? So schnelle Zeiten laufe ich doch sonst auch nicht, zumindest nicht über einen längeren Zeitraum… Auch in der zweiten Runde wurde ich das Gefühl nicht los, dass diese 5km in Wirklichkeit viel kürzer waren… denn ansonsten hätte ich glaube ich meine neue persönliche Bestzeit über 10km aufgestellt…
Zieleinlauf

Erst musste ich mich an dem kurzen und knackigen Stück vor dem Ziel nochmal ein wenig quälen, ehe ich dann nach ungefähr 2:36h oder 2:37h ins Ziel eingelaufen bin. Hab leider nicht auf die Uhr geschaut, da der ununterbrochen plappernde Mensch mit dem Mikro erst noch ein kleines Interview führen wollte… sowas aber auch… Hab dann danach irgendwann bei 2:38h meine Uhr gestoppt. Werde also morgen erst erfahren, wie schnell ich wirklich unterwegs war.
Insgesamt gesehen also ein voller Erfolg und ich bin auch entsprechend zufrieden, wäre da nicht die Wechselzone gewesen. Erstens habe ich da eine Ewigkeit gebraucht, so dass mich einige dort überholt haben, und zweitens sind dabei Fotos entstanden, die mich schockiert haben.
Die will ich euch natürlich nicht vorenthalten. Hier sind sie, die ultimativen Aufnahmen aus der Wechselzone… und ich dachte, ich hätte mit meinen 83kg bei 1,86m Normalgewicht… das sieht mir aber gar nicht so danach aus…

Schockierend, oder?! *kopfschüttel*
