Der längste Tag des Jahres, mein längster Tag, ist – wie ihr an meinem jetzigen Beitrag seht – immer noch nicht zu Ende.
Ich bin irgendwie innerlich noch ein wenig aufgewühlt, so dass ich, wenn ich mich jetzt ins Bett lege, eh noch nicht gleich schlafen kann. Also nutze ich mal die Zeit, und schreibe einen kurzen Blogbeitrag über meinen erfolgreichen Ironman-Finish, in einer Zeit, die sogar weitaus besser ausgefallen ist, als die, die ich nur unter vorgehaltener Hand einigen ausgewählten Personen genannt hatte. 11:36.46,2 – so lange habe ich gebraucht, um 3,8km zu Schwimmen, 180km Rad zu fahren und noch 42,2km zu laufen. Das heißt “Sub 12″ mit folgenden Splits: 1:12.31,1 Swim, 9.17,5 T1, 5:45.59,6 Bike, 5.49,8 T2, 4:22.46,2 Run
Dass die Zeit so gut wurde, das lag aber auch daran, dass ich ein absolut optimales Rennen hatte. Die Wetterbedingungen waren bis auf den recht ordentlich blasenden Wind auf der zweiten Radrunde nahezu perfekt: nicht zu heiß, bewölkt und trocken. Auch der Rest lief perfekt. Beim Schwimmen trotz Start mitten im Getümmel kein einziges Mal Wasser geschluckt, keine Atemnot, keine Panikattacke, etc. Während des kompletten Wettkampfs (und auch bis jetzt) keinen einzigen Krampf. Nach dem Zieleinlauf bin ich zwar ins Sanizelt um eine der kostenlosen Infusionen abzustauben, aber der Arzt sagte mir, dass das eigentlich nicht nötig wäre, Kreislauf wäre völlig ok. Hab mir aber dann trotzdem eine geben lassen, sicher ist sicher. Die Wehwechen halten sich (bis jetzt – wer weiß, was morgen ist) auch in Grenzen: eine megagroße Blase am rechten Fuß, einen etwas wundgeriebenen Nacken vom Neo und natürlich ein Fahrradsitz, der sich in meinen Hintern eintätowiert hat. – Die genaueren Berichte folgen in den nächsten Tagen…
Auch möchte ich mich nochmal bei allen bedanken, die mich im Vorfeld und auch während des Ironman kräftig unterstützt haben. Ich war echt überwältigt, wie viele Leute in Friedberg und auch später in Frankfurt an der Strecke waren und mich lautstark angefeuert haben. Ich habe im Vorbeifahren und -laufen nicht einmal registrieren können, wer alles da war, so viele waren das. Echt krass, mir fehlen die Worte. Auch ein Dank natürlich an alle, die das Blog hier verfolgt haben und sich heute als Helfer oder auch als Zuschauer zu erkennen gegeben haben und mich ebenfalls lautstark angefeuert haben. Da es ja heißt, das Eisenmänner im Training gemacht werden, haben natürlich Uwe, Stephan und Manuel ebenfalls einen großen Beitrag an der guten Zeit. Der eine hat mich mit Ernährungsplänen versorgt, der andere hat Laktatanalysen gemacht und die Trainingspläne erstellt und der Dritte hat mich in seinem Studio das Krafttraining machen lassen und in meiner Verletzungszeit massiert. Auch meiner Family danke ich für die Unterstützung, auch wenn gerade Mama und Papa nicht wirklich begeistert von meinem Vorhaben waren, aber Eltern machen sich da natürlich Sorgen, ob der Bub sich da nicht zu viel zumutet. Da fällt mir gerade ein, die Frage ‘Geht es noch?’ kann wohl nur eine umsorgte Mutter bei Kilometer 37,5 beim Marathon stellen. Nein, es geht schon lange nicht mehr…
Und natürlich danke ich – das beste zum Schluss- meinem Schatzilein, dass mich während der mehr als einem Jahr andauernden Vorbereitungszeit immer unterstützt und meine Launen ertragen hat, wenn es mal nicht so lief und immer an mich gelaubt hat. Ich hab’s dir schon im Ziel gesagt, ich freue mich ganz doll auf August.
Auch wenn ich jetzt bestimmt den ein oder anderen vergessen habe, nehmt es mir nicht übel, ich bin jetzt schon fast 22 Stunden wach… ich werde meine Versäumnisse noch nachholen.
