Wer mich bei Twitter followed der hat es bestimmt schon mitbekommen, wer nicht, den bringe ich nun etwas ausführlicher auf den neuesten Stand: die Triathlon-Saison 2009 ist für mich bereits beendet; Grund dafür ist ein schwerer Sturz mit dem Fahrrad am Pfingstmontag.
Doch nun erst einmal der Reihe nach:
RTF “Quer durch die Wetterau”
Am Pfingstmontag fand die RTF “quer durch die Wetterau” des RSV Oppershofen statt, an der ich bereits im letzten Jahr teilgenommen hatte und bei der ich auch dieses Mal wieder mit dabei sein wollte. Anders als im letzten Jahr wollten aber die Kollegen die lange Marathon-Strecke angehen, also insgesamt über 200km fahren; erst auf den Feldberg (Taunus) und dann auf den Hoherodskopf (Vogelsberg). Da das mein Trainingszustand nicht hergab, beschloss ich nur einen Teil der Strecke mitzufahren, allerdings kam ich morgens nicht aus dem Bett, der Wecker klingelte zwar um 5 Uhr, wurde aber von mir dezent ignoriert.
Als ich trainingsbereit war, war es schon kurz nach 10 und somit schon zu spät für eine Anmeldung bei der Tour, aber noch nicht zu spät um die Kollegen auf ihrer langen Ausfahrt noch vor dem Vogelsberg abzufangen. Also schwang ich mich aufs Fahhrad und fuhr nach Ulfa, wo eine Verpflegungsstation aufgebaut war. Tatsächlich musste ich auch nicht lange warten und da waren die Jungs auch schon da; immer noch sehr frisch, dafür, dass sie schon weit über 100km auf der Haben-Seite hatten. Von da aus ging es dann gemeinsam auf den Hoherodskopf hoch; das erste Mal übrigens, dass ich dort mit dem Rad war und anschließend ging es im ordentlichen Tempo wieder herunter.
Zwischen Eichelsdorf und Ulfa…
Kurz vor Ulfa, also an dem Punkt, an dem ich meine Jungs getroffen hatte und an dem ich sie auch wieder verlassen wollte, passierte mir dann ein Fahrfehler: auf abschüssiger Strecke in einer scharfen Linkskurve kam ich nach rechts auf den Grünstreifen und ab dann war mir klar, dass es mich gleich hinhauen würde und dass das auf jeden Fall auch wehtun würde. In der nächsten Sekunde war es dann auch schon soweit; ich fand mich im Graben auf dem Fahrrad liegend wieder; während ein paar weitere Tour-Teilnehmer anhielten und mich fragten, ob alles in Ordnung sei. Ich versuchte aufzustehen und merkte gleich, dass mein Bein zu sehr wehtat, blieb lieber liegen und bat um einen Krankenwagen.
Während ich auf den Rettungswagen wartete, versuchte ich mal einen kleinen Systemcheck zu machen, was bei mir alles nicht mehr so ganz in Ordnung war: Bein tat weh und blutete stark, zusätzlich merkte ich auch noch, dass in meiner rechten Schulter ein paar Dinge da sind, wo sie eigentlich nicht hingehörten. Die Diagnose gab ich dann an die Rettungskräfte weiter, die mir auch gleich bestätigten, dass mit der Schulter was nicht in Ordnung sei.
Diagnose: Schultereckgelenksprengung
Im Krankenhaus angekommen gab es dann nach der Untersuchung und ein paar Röntgenaufnahmen die Diagnose: eine Schultereckgelenksprengung, kurz AC-Sprengung, Tossy-3, was bedeutet, dass bei mir das komplette Band, was das Schlüsselbein festhält durchgerissen war. Man kann es auf folgendem Bild erkennen: links in der Mitte der Schulter ist eine kleine Erhöhung, dies ist das Schlüsselbein, was normalerweise durch ein Band unten gehalten wird. Da das Band durch war, konnte man mit dem Schlüsselbein wie mit einer Taste Klavier spielen, nach dem Herunterdrücken geht es immer wieder nach oben (Klaviertastenphänomen). Außerdem erkannt man, dass der Arm etwas zu tief sitzt.

Außerdem war mein rechtes Bein extrem dick: geprellt und mit unzähligen blauen Flecken übersät, außerdem mit einer tiefen Schnittwunde, die mit elf Stichen genäht wurde. Wie sich nachher herausstellen sollte, habe ich mit meinem Knie beim Abgang über meinen Lenker den Aero-Aufsatz abgebrochen und bin dann an der Bruchstelle hängengeblieben.

Operation: Einsatz einer Bosworth-Schraube
Nach ein paar Stunden Krankenhausaufenthalt wurde ich dann mit einem Gilchristverband zur Stabilisierung der Schulter nachhause geschickt und für den nächsten Tag wiederbestellt. Bei diesem Termin erfuhr ich dann, dass man operieren müsse und zwei Tage später war es dann soweit, ich kam eine Bosworth-Schraube in die Schulter eingebaut, die das Schlüsselbein fixiert und dafür sorgen soll, dass das gerissene Band wieder an der richtigen Stelle zusammenwächst. Diese Schraube muss für ca. 12 Wochen drin bleiben; für diese Zeitraum ist dann mein Arm auch nicht sehr belastbar.
Das heißt, meine Schulter ist jetzt versorgt und kann heilen, was momentan noch offen ist, ist mein Knie. Das war, wie auch das ganze Bein, anfangs so angeschwollen, dass man da schlecht untersuchen konnte. Geröntgt wurde es und gebrochen ist nichts, aber jetzt, wo ich wieder darauf herumlaufe, merke ich, dass da was nicht so richtig stimmt; es kommt mir nicht richtig stabil vor; laut den Ärzten sei es aber nichts dringendes. Ich weiß halt nicht, ob es auch daran liegen kann, dass immer noch jede Menge Blutergüsse im Bein sind, die an der ein oder anderen Stelle sowieso noch zwicken, aber das wird sich spätestens beim MRT zeigen.
Tja, kleiner Fehler, große Wirkung: eigentlich würde ich jetzt am Mittelmeer in der Sonne baden und gemeinsam mit meiner Frau ein paar schöne Urlaubstage verbringen, so hänge ich hier zuhause mit Schmerzen herum und schaue eine doofe Doku-Soap nach der anderen. Wiesbaden habe ich bereits abgesagt und auch der Maibach-Triathlon muss ohne mich stattfinden. Bleibt mir nur noch ein Herbstmarathon übrig… schauen wir mal, wann es wieder geht und ob im Knie alles ok ist…
Übrigens: noch einen ganz besonderen Dank an den Veranstalter der RTF dafür, dass ihr mir mein Rad nachhause gebracht habt, obwohl ich nicht offiziell bei eurer Tour angemeldet war. Daaanke!!!!
