Während das Jahr 2008 in sportlicher Hinsicht mit meinem Langdistanz-Finish für mich ein voller Erfolg war und lediglich ein kleiner Durchhänger beim Frankfurt Marathon zu vermelden war, gibt es in diesem Jahr nicht wirklich einen Punkt, den ich positiv erwähnen könnte. Ich hab mich nirgendswo verbessert, habe Wettkämpfe nicht beendet oder bin erst gar nicht gestartet.
In den letzten zwei Wochen hatte ich im Urlaub genug Zeit, mir mal darüber Gedanken zu machen, was alles schief gelaufen ist, warum das nur so ausgehen konnte und was ich im nächsten Jahr konkret besser machen kann.
Das Fazit war schnell gezogen: Planung ist eben einfach alles!
Trainingsplanung
Für die 2008er Ironman-Vorbereitung habe ich fast ein Jahr lang komplett nach einem Trainingsplan trainiert, der individuell auf mich zugeschnitten war. Überprüft wurde der Trainingserfolg regelmäßig mit einer Leistungsdiagnostik auf dem Laufband. Die Wettkämpfe wurden als Trainingswettkämpfe gesehen, um Erfahrung zu sammeln, alles ausgerichtet eben auf das große Ziel, beim Ironman in Frankfurt zu finishen. Ich habe jeden einzelnen Trainingsmeter protokolliert, ja sogar jeden Herzschlag und an ein paar Formeln gefeilt, wie ich Läufe unterschiedlicher Länge und Intensität miteinander vergleichen kann.
Und was war in diesem Jahr? Ich war planlos, habe nach Lust und Laune mehr oder weniger trainiert. Hier mal viel Intensität, hier mal wenig. Und vor allem, habe ich weder aufgeschrieben, was ich geradelt bin, noch welche Distanzen ich im Wasser zurückgelegt habe. Lediglich die Laufkilometer habe ich bei Jogmap vermerkt. Dass so etwas nicht gut gehen kann, hätte mir doch auch schon vorher klar sein müssen; war es aber irgendwie nicht.
Ich glaube mittlerweile sogar, dass diese Planlosigkeit unter anderem auch ein Grund dafür war, dass ich so schwer mit dem Rad gestürzt bin. Denn es macht schon einen riesengroßen Unterschied, ob ich schon einen Tag vorher weiß, dass ich am nächsten Tag eine lange Radausfahrt machen will, das Rad durchchecke und in tadelosen Zustand versetze und auch schon die Verpflegung zurechtlege, so dass ich morgens früh nur noch aufstehen und losradeln muss, als wenn ich schön ausschlafe, und mich dann spontan entscheide doch Rad zu fahren, dann schnell auf das Fahrrad springe (ohne Check und ohne Verpflegung) um die paar bereits radelnden Kollegen noch einzufangen.
Deswegen werde ich das für nächste Saison anders machen, ich werde wieder streng nach Plan trainieren und mich an Plänen und den Erfahrungen aus 2008 orientieren; alles ausgerichtet auf den großen Tag am 4.Juli 2010. Einen Entwurf mit den verschiedenen Trainingsphasen habe ich bereits gemacht und auch mit dem mir von meiner Frau genehmigten Trainingsstundenkontingent werde ich -denke ich- gut auskommen.
Kopfsache
Dass vieles im Triathlon über den Kopf läuft, ist ja hinlänglich bekannt, wie viel das aber wirklich ausmacht, das durfte ich auch in dieser verkorksten Saison lernen.
Nach dem Ironman und der langen Vorbereitung fehlte mir jegliche Motivation; zwar meldete ich mich für die Halbdistanz in Wiesbaden an, als Saisonhighlight habe ich es aber nie gesehen und wirklich darauf gefreut habe ich auch nicht, dafür passt das Streckenprofil auch überhaupt nicht auf meine Vorlieben; ich hab es halt nicht mit welligen Profilen. Der Grund für die Anmeldung war eher der, dass ich mich dazu zwingen wollte, weiter zu machen, am Ball zu bleiben, den Sport weiter zu betreiben.
Diese fehlende Motivation machte sich auch beim Training bemerkbar. Bei schlechtem Wetter wurde halt einfach nicht trainiert, die Einheit wurde immer ersatzlos gestrichen; auch etwas härtere Einheiten wurden einfach nicht gemacht. Das war 2008 noch ganz anders, da habe ich mich sehr oft im Training quälen müssen, dafür hatte ich aber im Wettkampf stets meinen Spaß. Dieses Jahr war das umgekehrt, im Training Spaß, im Wettkampf der pure Kampf, sogar auf kurzen Distanzen.
Auch das wird im nächsten Jahr anders werden: ich bin motivierter und mit dem Trainingsplan im Rücken werde ich auch wieder bei Wind und Wetter zum Trainieren gehen (müssen).
Auf ein sportlich erfolgreiches 2010!
